willkommen im ausland

nach monatelangem nicht-raus-dürfen, fühlt sich selbst passau exotisch an. es fühlt sich so anders an & ich rechne mit allem. mit allem strengsten. der schengenraum hat mein vertrauen verloren und als ich die polizei beim aussteigen sehe, möchte ich sofort meinen wieder gefundenen pass zücken. doch nein, es ist bloß ein freundlicher hinweis, die maske vor mund & nase anstatt hals zu geben. und gleich darauf läuft im bayrischen radio falco & bob marley.

außerhalb der so gefährlichen bahnhofszone sehen menschen mein lächeln dann auch und ich sehe viele, innige umarmungen.

willkommen.

freie zeit, freie fahrt

heute spaziere ich zug. wie lange habe das schon nicht mehr gemacht? lange. und wie lange werde ich das noch machen „können“? nicht lange. und deswegen fahre ich eben. und weil ich sowieso nicht nach hause will.

side b(e)

ich betrete fremden grund. nicht nur betrete ich ihn, sondern gehe auch noch que(e)rwaldein. ich überlege, wie man „que(e)rwaldein“ auf englisch übersetzen könnte… aber wem soll ich das auf englisch erzählen? ich mache das ja für mich! und ich verstehe ohnehin deutsch. zum glück.

side a

sie ist auf meinem grund. sie ist dort nicht nur, sie liegt. während sie dort liegt und entspannt, hat sie sogar ihre schuhe ausgezogen. zum glück. denn dann kann sie nicht davonlaufen, wenn ich sie schnappen will.

oder, ich habe ihre schuhe.

mit trolley macht reisen sehr viel spaß

der riesentrolley steht mitten im raum, und ja, wir wissen alle – oh, wie toll – du warst auf reisen. sags mir! thailand? bali? indien? in den 5 sekunden, in denen du mit mir redest, hast du es mir natürlich gleich sagen müssen. ich gratuliere: neuseeland! wie es mir mit der existenz geht, wie es in der stadt so läuft, in der du jahrelang gewohnt hast, interessiert dich vermutlich nicht, sonst hättest du dich doch erkundigt?!

und ich warte immer noch

sie redet mit ihrem kabel und es scheint wichtig zu sein. sie lacht, sie redet viel und meine fantasie ist sich sicher. sie wartet nicht. sie muss nur schnell etwas klären. etwas erzählen, bevor sie weiter fährt. dann aber – schon längst aus meiner fantasie verschwunden – radelt ein blonder langhaar und bremst direkt vor ihr ab. und sie fahren zum bruiksloterweg.

kaffee ohne regenwasser

während der eine mann mit dem anderen mann männer* und frauen* von seite zu seite hievt, schaukeln andere. die (ich hoffe hier nicht auch nur männer) wünschen, dass die dunkle wolke ihnen zur abwechslung keinen regen schenkt. und ich hoffe es auch.

kein rüssel und kein schwanz

es sind viele leute und sie wollen alle in dieselbe richtung. noch bevor die letzte person schlusslichtet, kommen wieder viele leute und sie wollen alle in dieandre richtung. diesmal sieht es nicht so voll aus.

er kann sie nicht heiraten

I ♥ VB glitzert im mittagssonnenlicht, ihre schweißperlenen tropfen zu boden und seine traunseewasserrückstände werden vom blitzblauen badetuch aufgesaugt. es ist wohl durstig. sie auch – macht sich gleich einen radler auf – zack- und schüttet das plastik-regenbogen-schwimm-einhorn an.

post story: die kleine plastik-regenbogen-schwimm-einhornschwester hat das zum glück noch nicht gesehen.

und wir warten lange

wo anders sein. frem sein und sich neu erfinden. neue gedanken, neue luft, neues licht und neuer ausblick. nüchtern sein und wahnehmen. nicht verkehrt sondern wahrlich. so kann sich reisen anfüllen. reisen, wo anders.